Humboldt-Realschule Bönen

Das Erprobungsstufenkonzept der Humboldt-Realschule

Der Eintritt in die weiterführende Schule ist für viele Kinder ein bedeutsamer Einschnitt. Die Humboldt-Realschule unterscheidet sich für einige Grundschüler mit ihren ca. 520 Schülerinnen und Schülern und den ca. 25 Lehrkräften deutlich von der im Gegensatz dazu überschaubaren Grundschule. Somit erwartet unsere Lernanfänger nicht nur ein erweiterter Fächerkanon mit dem Fachlehrersystem, eine festere Zeitstruktur, eine neue Klassengemeinschaft, eine andere Lern- und Arbeitsweise sondern auch ein großes Schulgebäude mit vielen Schülerinnen und Schülern, die zum Teil erheblich älter sind. Auch der Schulweg birgt neue Erfahrungen: viele Schülerinnen und Schüler werden auf Grund des Schulwechsels zu Fahrschülerinnen und Fahrschülern.

Zu diesen rein organisatorischen veränderten Außenbedingungen kommen noch die unter­schiedlichen „Schulerfahrungen“ hinzu, die die einzelnen Schülerinnen und Schüler aus ihren Grund­schulen mitbringen, wie z. B. Kenntnisse und Fähigkeiten im methodischen Bereich, ver­schiedene Arbeitshaltungen und ihr Training in der Grundschule und eine sehr unterschied­liche Gewichtung und Bewertung der Rechtschreibleistung in den verschiedenen Grund­schulen. Auch durch das veränderte Verfahren am Ende der Grundschulzeit (uneingeschränkte und eingeschränkte Empfehlungen für die jeweilige Schulform) hat sich die Leistungsheterogenität in den einzelnen Klassen nicht maßgeblich im Vergleich zum vorherigen Verfahren (allein der Elternwille zählt) verändert. Die Leistungsunter­schiede in den Klassen sind immer noch gravierend.

Vielfach fällt es Schülerinnen und Schülern immer schwerer sich an die Regeln des Zusammenlebens zu halten, aufeinander Rücksicht zu nehmen oder sich sozial zu verhalten.

Aus diesen genannten Bedingungen ergeben sich für unsere Arbeit in der Erprobungsstufe unterschiedliche Schwerpunkte:

Bereits bei dem Aufnahmegespräch werden Fördermöglichkeiten seitens der Schule und des Elternhauses besprochen. Diese werden schriftlich auf einem vorbereiten Formular fixiert.

  • Ermöglichung eines „sanften“ Schulwechsels
  • Installierung des Modells „Lernen lernen“ nach der Realschule Enger
  • Einstieg in das Lernen mit den neuen Medien
  • Zusammenarbeit mit Eltern

 Ermöglichung des sanften Schulwechsels

► Elterninformation vor der Anmeldung

Bereits im November eines jeden Schuljahres werden die Grundschuleltern im Rahmen einer Abendveranstaltung durch die Schulleitung über den Bildungsgang an der Realschule informiert. Dabei werden auch die Risiken einer Überforderung thematisiert. Ebenso erfolgt eine ausführliche Aufklärung über das Verfahren am Ende der Erprobungsstufe. Zentrales Anliegen ist es, den Eltern die Wichtigkeit der richtigen Schulwahl zu verdeutlichen.

Vor dem offiziellen Anmeldetermin der weiterführenden Schulen in Bönen führt das Kollegium der HRS einen Informationsvormittag am ersten Samstag nach den Weihnachtsferien durch. Die einzelnen Fächer präsentieren sich mit Unterrichts­materialien und teilweise mit einer kurzen Präsentation in Klassen- oder Fachräumen. Der Förderverein als Elternorganisation der HRS steht dabei ebenfalls zur Information zur Verfügung. Das Ziel dieses Informationstages soll sein, die Schule mit ihren Möglichkeiten und Anforderungen darzustellen und die Eltern nach Wunsch intensiv zu beraten.

► Aufnahmegespräch

 Im Rahmen des Aufnahmeverfahrens im Februar werden mit den Eltern, deren Kinder keine uneingeschränkte Realschulempfehlung erhalten haben, individuelle Gespräche geführt. In diesem Gespräch werden auf Grundlage des vorliegenden Zeugnisses besonders die Defizite des einzelnen Kindes thematisiert. Im Durchschnitt werden befriedigende Leistungen erwartet. Bereits nur ausreichende Leistungen in den Kernbereichen (Deutsch, Mathematik, Sachunterricht) werden dabei als defizitär angesehen. Im Gespräch mit den Eltern werden Möglichkeiten der zusätzlichen schulischen Förderung (sofern im Rahmen der Unterrichtsverteilung machbar) als auch besonders die häusliche Unterstützung thematisiert und schriftlich auf einem vorbereiteten Formular fixiert.

► Klassenbildung, Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer

Die Klassen werden nach Grundschulzugehörigkeit und unter regionalen Gesichtspunkten gebildet. Schon frühzeitig erfolgt die Festlegung der Klassenlehrer und Klassenlehrerinnen für das folgende Schuljahr. Teilweise werden auch Klassenlehrerteams gebildet. Somit können auch Kolleginnen und Kollegen als Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer eingesetzt werden, die normalerweise auf Grund ihrer Fächerkombination nicht berücksichtigt werden konnten oder gerade neu an unserer Schule sind und somit optimal eingearbeitet werden können. Zudem ermöglicht dies eine intensivere Betreuung der Lerngruppe, wenn der Klassenlehrer/ die Klassenlehrerin Teilzeit arbeitet und z. B. einen freien Tag pro Woche hat. Weiterhin gilt der Grundsatz, dass möglichst wenige Fachlehrerinnen und Fachlehrer mit möglichst vielen Fächern in einer Lerngruppe eingesetzt werden soll.

► Kooperation mit den Grundschulen

In Zusammenarbeit mit den Grundschulen sollen die zukünftigen Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer – soweit dies in der Vorzeit noch nicht geschehen ist - die Möglichkeit zu Hospitation an einer Grundschule erhalten, um so einen Eindruck von den Schülerinnen und Schülern einer vierten Grundschulklasse in ihrer gewohnten Lernumgebung gewinnen zu können.

► Kennen lernen vor den Sommerferien

Bereits vor den Sommerferien erfolgt die Kontaktaufnahme mit den zukünftigen Schülerinnen und Schülern über eine Einladung zu einem Spiel- und Sportnachmittag. Hierbei erfolgt die Ein­teilung der Schülerinnen und Schüler nach ihrer zukünftigen Klassenzugehörigkeit. Dabei durchlaufen die jeweiligen Klassen mit ihren Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern unterschiedliche Stationen; diese werden von Jahr zu Jahr neu gestaltet. Kindern und Klassenlehrerinnen/ Klassenlehrern wird somit die Gelegenheit zum ersten Kennen lernen gegeben. Die erste Scheu vor der „neuen“ Schule wird genommen. Gleichzeitig haben die Eltern die Möglichkeit sich auszutauschen und die Schule kennen zu lernen. Die Eltern werden dabei unter Organisation des Fördervereins und der Schulpflegschaft von den Eltern der bestehenden fünften Klassen betreut.

► Der erste Schultag

Die offizielle Begrüßung erfolgt in der Schule durch die Schulleiterin. Alle neuen Schülerinnen und Schüler erhalten - bevor sie mit ihren Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern in ihre Klassenräume gehen - ein kleines Einschulungsgeschenk (geplant: Hausaufgabenheft). Dort verbleiben sie anschlie­ßend ca. 60 Minuten.

► Die erste Schulwoche

In der ersten Woche sollen die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit erhalten, die HRS nicht nur als Gebäude sondern auch als Lernort kennen zu lernen. Im Mittelpunkt steht dabei, ein enges Verhältnis zum/ zur Klassenlehrer/ Klassenlehrerin aufzubauen und als Lerngruppe zu einer Ge­meinschaft zusammenzuwachsen. Da den Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern in dieser Phase eine große Bedeutung zukommt, werden sie in den ersten zwei bis drei Schultagen ausschließlich in ihrer Klasse eingesetzt. Dabei werden folgende Punkte durchgeführt

  • Hinweise zum Stundenplan, Schulalltag, Vertretungsplan
  • Kennlernspiele, Klassenfoto mit Darstellung für die Schülerzeitung
  • Orientierung in der Schule und Schulumgebung
  • Erste Hinweise zur Hausordnung
  • Klassenraumgestaltung
  • Erste Ämterverteilung
  • Erste Arbeit im Programm „Lernen lernen“
  • Erste Einführung in das Arbeiten mit den neuen Medien (Nutzung des Computerraums)
  • Eingangstest Mathematik

► Klassenfahrt

Im sechsten Schuljahr soll eine etwa fünftägige Klassenfahrt durchgeführt werden. Diese Fahrt soll einen Beitrag zum sozialen Lernen leisten und ermöglicht auch außerschulische Berührungspunkte zwischen Schülerinnen und Schülern und Lehrerinnen und Lehrern.

Installierung des Projektes „Lernen lernen“

  • vgl. Schulprogramm „Lernen lernen– Der Weg zum selbstständigen Lernen“

Zusammenarbeit mit Eltern

  • In der fünften und sechsten Jahrgangsstufe wird jeweils der erste Elternpflegschaftsabend eines Schuljahres in einem ersten Teil gemeinsam in Forum der HRS durchgeführt. In der Jahrgangsstufe 5 erhalten die Eltern eine Informationsschrift „Der kleine Elternratgeber“ mit allen wichtigen Informationen über die HRS. Steht an diesem Elternabend noch die neue Schule mit ihren Gepflogenheiten im Vordergrund, so erhalten die Eltern der Jahrgangsstufe 6 ausführliche Informationen über das Verfahren am Ende der Erprobungsstufe. Dieser allgemeine Teil wird von der Schulleiterin geleitet.
  • Zusätzlich zu den Elternpflegschaftsabenden werden in vielen Klassen Elternstammtische eingerichtet.
  • Bei Leistungsproblemen findet eine intensive Beratung durch die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer sowie der Schulleitung statt.
  • Die negativen Ergebnisse der Erprobungsstufenkonferenzen werden den Eltern schriftlich mitgeteilt. Ein Beratungsgespräch wird in jedem Fall angeboten. Bei einem möglichen Schulwechsel steht die Schulleitung beratend und helfend zur Seite. 

Schlussbemerkung

In den folgenden Jahren sollten weitere Bereiche innerhalb der Erprobungsstufe intensiviert oder auch neu aufgegriffen werden:
  • Streitschlichtung
  • Ausbau der Übermittagbetreuung/Hausaufgabenbetreuung 

Aktuelle Termine

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