Humboldt-Realschule Bönen

Lehrerraumprinzip

Nach Abschluss einer einjährigen Erprobungsphase hat die Schulkonferenz der Humboldt-RS am Ende des Schuljahres 2006/07 die dauerhafte Etablierung des Lehrerraumprinzips beschlossen.

Dies bedeutet, dass seit dem Schuljahr 2006/07 nicht mehr die Schüler in ihrem jeweiligen Klassenverband, sondern die Lehrer über feste Räume verfügen, so dass die Schüler i.d.R. nach jeder Unterrichtsstunde einen Raumwechsel vornehmen müssen.

Im Vorfeld der einjährigen Erprobungsphase haben Vertreter der Lehrer, Eltern und Schüler sich an der Fridjof-Nansen-RS Kamen und der Anne-Frank-RS Unna über das Lehrerraumprinzip informiert. Bei der Auswahl der beteiligten Vertreter wurde v.a. darauf geachtet, dass insbesondere Kritiker dieses Raumprinzips ausgewählt wurden.

In den entsprechenden Gremien (Lehrerkonferenz, SV und Schulkonferenz) wurden die erwarteten Vor- und Nachteile ausführlich diskutiert, bevor die Schulkonferenz den Beschluss zu einer einjährigen Erprobungsphase getroffen hat.

Aufgrund des mehr als überzeugenden Verlaufs der Erprobung, auch aus Sicht der Schülerschaft, gilt per Beschluss der Schulkonferenz mit dem Beginn des Schuljahres 2007/08 das Lehrerraumprinzip dauerhaft an der Humboldt-RS.

Vollzeitkräfte verfügen somit über einen eigenen Lehrerraum.

Lehrer, die eines ihrer Fächer in einem Fachraum unterrichten (Biologie, Chemie, Informatik, Kunst, Musik, Physik, Sport, Textilgestaltung), teilen sich i.d.R. den Lehrerraum mit einem weiteren Kollegen. Hierbei konnten sich die betroffenen Lehrer ihren „Wunschkollegen“ selbst aussuchen.

Um die Kooperation der Lehrer in den jeweiligen Hauptfächern zu fördern, wurde bei der Verteilung der Räume darauf geachtet, dass Kollegen des gleichen Hauptfaches Raumnachbarn sind.

 
Folgende positive Impulse ergeben sich aus dem Lehrerraumprinzip:
  • Die technische Ausstattung der Räume konnte erheblich verbessert werden. So verfügt nun jeder Fremdsprachenlehrer über einen CD-Player, der dauerhaft im Raum deponiert ist. Darüber hinaus weist nun fast jeder Raum einen einsatzfähigen PC mit Internetanschluss und Zugriffsmöglichkeit auf das Netzwerk der Schule auf.
  • Die Verunreinigungen der Räume sowie Beschädigungen des Inventars haben erheblich abgenommen, insgesamt wird die Schuleinrichtung deutlich pfleglicher behandelt.
  • Die bisher in vielen Klassenräumen anzutreffenden Plakate von sog. „Stars“ der Jugendlichen wurden abgelöst von Lernplakaten als Dokumentation der Unterrichtsergebnisse. Hierdurch wurde die Identifikation der Schüler mit dem eigenen Unterricht spürbar verbessert.
  • Die Unterrichtszeit wird effektiver genutzt. Der Unterricht beginnt merklich pünktlicher.
  • In der Vergangenheit mussten zu Beginn der 2., 4. und 6.Stunde wiederholt zunächst Streitigkeiten zwischen Schülern beigelegt werden, die im Verlauf des unbeaufsichtigten Verbleibens der Schüler im Klassenraum während der Fünfminutenpausen entstanden. Durch die weitgehende Beseitigung dieses Aufsichtsdefizits ermöglicht das Lehrerraumprinzip damit eine friedlichere und entspanntere Lernatmosphäre frei von den geschilderten Belastungen und negativen Beeinträchtigungen.
  • Die Fünfminutenpause stehen jetzt als zusätzliche Zeit für individuelle Beratungsgespräche mit Schülern im Bedarfsfall zur Verfügung.
  • Die über das gesamte Schulgebäude verteilten Fernsehwagen können seitdem in den Lehrerräumen sicher geschützt vor Beschädigungen aufbewahrt werden. Insgesamt hat sich der Einsatz technischer Mittel wie PC, Laptop und Beamer, CD-Player, OHP oder Fernseher deutlich erhöht.
  • Durch den erforderlichen Raumwechsel bewegen sich die Schüler im Vormittagsbereich wesentlich mehr. Dadurch ist die wahrnehmbare Unruhe, die zuvor infolge des Bewegungsmangels bei einigen Schülern zu beobachten war, merklich zurückgegangen.
  • Es werden nun häufiger als früher wechselnde Tisch- und damit Sitzanordnungen, die sich wiederum auf die Arbeits- und Sozialformen (Einzel-, Partner-, Gruppenarbeit) auswirken, im Unterricht praktiziert.
  • Rangeleien und Streitereien unter den Schülern – gerade in den 5-Minuten-Pausen – werden deutlich reduziert. Durch stetig wechselnde Sitzordnungen finden weniger Ausgrenzungen innerhalb der Schüler statt.
  • Seit dem Schuljahr 2007/08 kommen in fast allen Fächern und Jahrgangsstufen während des Unterrichts Präsenzexemplare der eingeführten Lehrwerke zum Einsatz. Diese System ist nur auf der Grundlage des Lehrerraumprinzips realisierbar. Eine Umsetzung im früheren Schüler- bzw. Klassenraumprinzip ist nicht durchführbar, da zur Finanzierung der in erheblichem Umfang anzuschaffenden zusätzlichen Exemplare der Lehrwerke der Schulbuchetat notwendigerweise um ein Vielfaches erhöht werden müsste. Für die Schüler bedeutet das nun eingeführte Prinzip der Präsenzexemplare, dass sie fast sämtliche von der Schule als Ausleihe zur Verfügung gestellten Schulbücher zuhause lassen können und sich so das Gewicht ihrer Taschen maßgeblich reduziert hat. Gesundheitsschäden infolge zu schwerer Schultaschen wird somit entgegengewirkt. Zudem werden nicht nur die Schulbücher geschont, was zu einer Verlängerung der Nutzungsdauer führen wird, es vermindert sich auch für die Schüler und Eltern das Risiko, für Beschädigungen der Schulbücher finanziell aufkommen zu müssen. Darüber hinaus tragen die Präsenzexemplare zu einer qualitativen Verbesserung des Vertretungsunterrichts bei, da die unterrichtliche Arbeit problemlos fortgesetzt werden kann; das zeitraubende und kostenintensive Vervielfältigen von Arbeitsblättern für eine kurzfristige Vertretungsstunde kann merklich reduziert werden.
  • Die Optimierung der Räume als Lernumgebung durch die beschriebene Verbesserung der v.a. technischen Ausstattung führt zu einer Steigerung der Unterrichtsqualität.
  • Für die Lehrer ergibt sich über die bisher genannten Vorteile, die auch gleichermaßen für die Schüler als unmittelbar Betroffene gelten, ein weiterer nicht unerheblicher Vorteil. Sie haben nun die Möglichkeit, ihren Lehrerraum als Arbeitsraum auch außerhalb der Unterrichtsstunden z.B. für die Vor- oder Nachbereitung des Unterrichts zu nutzen. 
 
Begleitet wurde die Einführung des Lehrerraumprinzips von der Aufstellung von Schließfächern, welche die Schüler für ein geringes Entgelt pro Schuljahr freiwillig von einer privaten Firma mieten können.

 

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