Humboldt-Realschule Bönen

Lernen lernen

 Pädagogisches Konzept

Durch die intensive Beschäftigung mit dem Prozess menschlichen Lernens gewinnen die Schülerinnen und Schüler Einsichten in allgemein verbindliche Lerngesetze.

Sie erfahren, wie der Mensch lernt (Lernwege, Lerntypen).

Dies versetzt sie in die Lage, ihre eigenen Lern- und Arbeitsabläufe systematisch, d.h. geplant, strukturiert und effektiv zu gestalten, um so Leistungsüberprüfungen erfolgreich bewältigen zu können.

Neben den für das menschliche Lernverhalten gültigen Gesetzmäßigkeiten erwerben die Schülerinnen und Schüler daher arbeitsmethodische Grundfertigkeiten, u.a. zur Heftführung, Anfertigung von Hausaufgaben, Vorbereitung auf Prüfungen und zur Beschaffung, Verarbeitung und Vermittlung von Informationen.

Das „Lernen lernen“ will dazu beitragen, den Schülerinnen und Schülern dauerhaft Lernerfolge zu ermöglichen und damit den schulischen Erfolg zu sichern.

Der Erwerb fundamentaler Arbeits- und Lerntechniken führt die Schülerinnen und Schüler zur Selbstständigkeit.

Die vermittelten Arbeits- und Lerntechniken stellen darüber hinaus wichtige berufsrelevante Schlüsselqualifikationen dar.

Indem sich die Schülerinnen und Schüler die Fähigkeit aneignen, selbstgesteuert zu lernen, verfügen sie im Idealfall über eine lebenslange Lernkompetenz, die gemeinsam mit der Kommunikations- und Teamfähigkeit sowie einer ausgeprägten Medienkompetenz zum Kern der Schlüsselqualifikationen zählt.

Sie sind unerlässlich, um den Herausforderungen der modernen Gesellschaft gewachsen zu sein.

Die Humboldt-Realschule greift auf das mehrfach ausgezeichnete Konzept der Realschule Enger (Ostwestfalen) zurück. Es wurde auf der Grundlage der aktuellen Forschungsergebnisse der Lernpsychologie und der Erziehungswissenschaft und unter Berücksichtigung der gültigen Richtlinien, die eine verstärkte Methodenschulung einfordern, seit 1995 entwickelt und in der Unterrichtspraxis erprobt.

Struktur des Konzepts

Im Rahmen von Projekttagen, die sich von der 5. bis zur 9. Jahrgangsstufe aufbauend über das Schuljahr verteilen (Spiralcurriculum), sollen diese Qualifikationen erworben werden.

An einzelnen Schwerpunkttagen beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler und Klassenlehrerinnen und -lehrer ausführlich mit einem Themenbereich. Dabei sind die Themen sowohl zeitlich als auch inhaltlich vom Leichten zum Schweren hin aufgebaut. Um den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler besonders gerecht zu werden, basiert das Konzept auf der Erfahrungs- und Handlungsorientierung.

Jeder Schwerpunkttag folgt i.A. dem gleichen Aufbau:

1.      Feststellen eines Problems durch schülergerechte, individuelle Lernexperimente

2.      Suche nach einer Lösung unter Anleitung des Lehrers

3.      Fixierung der Lösung in Gestalt von Lerngesetzen bzw. Arbeitsschritten

4.      Ausprobieren des Lösungsansatzes i.A. in Form eines Experimentes

 

Die nachfolgenden Schwerpunkttage greifen die Erfahrungen und Ergebnisse der vorangegangenen Tage wieder auf, zu Schuljahresbeginn werden ab Klasse 6 die Themen des zurückliegenden Jahres in einem Wiederholungszyklus wieder aufgefrischt.

Zur Dokumentation der Unterrichtsreihe und zur Sicherung des Lernerfolgs muss jede Schülerin/ jeder Schüler eine eigene Mappe für das „Lernen lernen“ anlegen, die über die gesamte Dauer geführt wird.

Die Vorbereitung der Schwerpunkttage liegt in der Verantwortung jeweils einer Lehrerin/ eines Lehrers, der für den jeweiligen Tag als Pate fungiert. Er führt in vorbereitenden Gesprächsrunden die betroffenen Klassenlehrerinnen und -lehrer in das mit den Schülern zu bearbeitende Thema ein, macht sie mit dem Ablauf des Tages vertraut und versorgt die Kollegen mit den notwendigen Kopien. Als „Experte“ steht er ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Durch die dargestellte Arbeitsteilung tragen alle Mitglieder des Kollegiums zur Umsetzung des Programms bei.

Die Schwerpunkttage der einzelnen Jahrgangsstufen

Klasse 5:

Beginnend mit der fünften Klasse werden die Kinder an den beiden Methodentagen zu Schuljahresbeginn in das Konzept eingeführt.

Folgende Schwerpunkte schließen sich an:

Schwerpunkttag Hausaufgaben:

Die Schülerinnen und Schüler lernen zentrale Regeln kennen, die ihnen die Bewältigung der Hausaufgaben erleichtern.

Schwerpunkttag Lerntypen:

Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass sie auf unterschiedliche Art und Weise lernen können und beginnen ihren individuellen Lerntyp zu entdecken.

Schwerpunkttag Effektives Üben:

Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass es verschiedene Lernstrategien gibt, die den Erfolg des Übens deutlich verbessern.

Schwerpunkttag Mind-Mapping I:

Die Schülerinnen und Schüler lernen eine Methode kennen, wie sie komplexere Sachverhalte einfach strukturieren können.

 

Klasse 6:

Ab Klasse 6 beginnt das Schuljahr jeweils mit einem Wiederholungstag, an dem die wichtigsten bisher erworbenen Fertigkeiten aufgefrischt werden, um sie im weiteren Verlauf des Schuljahres zu vertiefen.

Schwerpunkttag Lesetechniken:

Die Schülerinnen und Schüler lernen anhand der 5-Gang Lesetechnik und von Schlüsselbegriffen, wie sie einen fremden Text erschließen können.

Schwerpunktag Markieren und Strukturieren:

Die Schülerinnen und Schüler entnehmen einem Text zielgerichtet Informationen, indem sie ihn strukturieren und farblich markieren.

Schwerpunkttag Klassenarbeiten:

Die Schülerinnen und Schüler erfahren, wie sie sich optimal auf eine Klassenarbeit vorbereiten können.

Schwerpunkttag Mind-Mapping II:

Die bereits in Klasse 5 erarbeiteten Grundfertigkeiten werden vertieft und erweitert.

 

 Klasse 7:

 Wiederholungszyklus

Schwerpunkttag Notizen:

Die Schülerinnen und Schüler sichern in Form von Stichpunkten Informationen eines Textes.

Schwerpunkttag Arbeit mit Lexika / Informationsbeschaffung:

Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich diverse Möglichkeiten der Informationsbeschaffung (Bücherei (Lexika), Internet etc.)

Schwerpunkttag Visualisierungstechniken:

Die Schülerinnen und Schüler bereiten Unterrichtsinhalte visuell auf.

Schwerpunkttag Brainstormingtechniken:

Gedanken und Ideen werden von den Schülerinnen und Schülern mit Hilfe von konkreten Techniken gesammelt und festgehalten.

 

Klasse 8:

 Wiederholungszyklus

Schwerpunkttag Präsentationstechniken I/II:

Die Schülerinnen und Schüler üben Unterrichtsinhalte und -ergebnisse anschaulich vorzustellen. Dieses wird an einem weiteren Schwerpunkttag vertieft. Das Erlernen der Präsentationstechniken zielt darauf ab, die Schülerinnen und Schüler auf den Schwerpunkt Projektarbeit in der Klasse 9 vorzubereiten.

Schwerpunkttag Zeitplanung:

Die Schülerinnen und Schüler lernen mit der ihnen zur Verfügung stehenden Zeit sinnvoll umzugehen.

Schwerpunkttag Selbstüberprüfung:

Anhand von gesetzten Zielen überprüfen die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Leistungen und entwickeln Strategien zur Verbesserung.

 

Klasse 9:

Wiederholungszyklus

Schwerpunkttag Mind-Mapping III:

Die bereits erarbeiteten Techniken zum Erstellen von Mind-Maps werden vertiefend geübt und weiterentwickelt.

Schwerpunkttag Projektarbeit:

Die abschließende Projektarbeit dient dazu, die erworbenen Kompetenzen aus den vorausgegangenen Schwerpunkttagen in die Praxis umzusetzen.

Welchen Beitrag können die Eltern leisten?

Damit die Kinder den angestrebten Lernerfolg erreichen können, ist eine aktive Mitarbeit der Eltern unerlässlich.

Die in der Schule vermittelten Arbeitstechniken und Lerngesetze müssen nicht nur im Unterricht, sondern v.a. bei der heimischen Arbeit der Kinder für die Schule angewandt werden.

Die Umsetzung der erworbenen Lerngesetze und Arbeitstechniken zur Steigerung des Lernerfolgs setzt von den allermeisten Kindern in vielen Punkten ihrer schulischen Arbeit eine dauerhafte Veränderung ihres Arbeitsverhaltens entsprechend den Notwendigkeiten der Lerngesetze voraus.

Diese Verhaltensänderung z.B. in Bezug auf die Heft- und Mappenführung, die Anfertigung der Hausaufgaben, aber auch das Lernen für die einzelnen Fächer (z.B. das Lernen von Vokabeln) und für Leistungsüberprüfungen (schriftliche Übungen (Tests), Klassenarbeiten) muss von den Eltern tagtäglich eingefordert werden, damit die Kinder wirklich zu einer dauerhaften Änderung und damit Verbesserung ihres Lern- und Arbeitsverhaltens gelangen.

Ohne diese aktive Mitarbeit der Eltern ist der Erfolg der Methodenschulung letztlich nicht zu erreichen!

Den Eltern wird das Programm der Reihe „Lernen lernen“ während eines Informationsabends zu Beginn der Jahrgangsstufe 5 detailliert vorgestellt. Hierbei werden sie auch auf den von ihnen erwarteten Beitrag hingewiesen.


Perspektiven

Im Schuljahr 2002/03 wurde im damaligen 5.Jahrgang mit der mehrjährigen Reihe „Lernen lernen“ begonnen. Im Schuljahr 2006/07 haben die Schüler der 9.Klassen als erster Jahrgang die mehrjährige Unterrichtsreihe zum „Lernen lernen“ in Form der abschließenden Projektarbeit beendet.

Nachdem nun erste Erfahrungen mit diesem Programm gewonnen werden konnten, gilt es, zukünftig das „Lernen lernen“ enger als bisher mit dem Fachunterricht zu verknüpfen, so dass die Schülerinnen und Schüler die an den jeweiligen Schwerpunkttagen erworbenen Kompetenzen im täglichen Fachunterricht anwenden und vertiefen können.

Im Schuljahr 2007/08 wurde mit einer umfangreichen Evaluation der Reihe „Lernen lernen“ begonnen. Hierzu hat jeder betroffene Kollege am Ende des jeweiligen Schwerpunktages einen „Kurzauswertung“ genannten Fragebogen ausgefüllt, der im zweiten Halbjahr des Schuljahres 2006/07 von den Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Lernen lernen“ konzipiert wurde.

Ausgehend von der Auswertung dieser Fragebögen soll die Unterrichtsreihe ab dem Schuljahr 2010/11 im Hinblick auf die Inhalte, die Materialauswahl, den Umfang der kopierten Arbeitsblätter, die Vorgaben zur Führung der entsprechenden Mappe als Dokumentation des Unterrichts und der Lernergebnisse sowie die Anzahl der angesetzten Unterrichtsstunden pro Schwerpunkttag überarbeitet werden.

Aufbau der mehrjährigen Unterrichtsreihe

Die Reihe umfasst folgende Schwerpunkttage:

 
10.Klasse
 
 
 
 
 
 
9.Klasse
Wiederholung
Mind-
Mapping III
 
Projektarbeit
 
8.Klasse
Wiederholung
Präsentations-
techniken I
Präsentations-
techniken II
Zeitplanung
Selbstüber-
prüfung
7.Klasse
Wiederholung
Notizen
Informations-
beschaffung
Arbeit mit
Lexika
Visualisierungs-
techniken
Brainstorming-
techniken
6.Klasse
Wiederholung
Lesetechniken
Markieren
Strukturieren
Klassen-
arbeiten
Mind-
Mapping II
5.Klasse
Methoden-
einführungs-
tage
Hausauf-
gaben
Lerntypen
Effektives
Üben
Mind-
Mapping I
 
 

 

Aktuelle Termine

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