Humboldt Realschule Bönen

Schulgarten

 

Ausgangssituation

„Ist das nötig? Muss man nun auch noch die Pädagogik in den Garten hineintragen Gibt es nicht wichtigere, dem Zeitgeist angemessene pädagogische Themen? Das Fernsehen zum Beispiel. Ist es nicht zum wichtigsten Informationsträger für unsere Kinder geworden?... Oder der Computer, schon Grundschulkinder sollen mit ihm lernen! Wird die Benutzung des Computers unsere vierte Kulturtechnik?“ (M. Verführt, 1987, S.1)

Der heutige Schüler ist geprägt durch Sekundärerfahrungen (durch das Medium Fernsehen). Die „merkwürdig blutleer und oberflächlich sind, die wegen ihrer Bildhaftigkeit weder der Phantasie noch der Abstraktion des Wortes und damit der Begrifflichkeit Raum gewährt. Die Schule muss sich der Bereiche primärer Erfahrungen annehmen, die von den Schülern in ihrer Umwelt nicht mehr angegangen werden. (H. Frommer,1989, S.12ff)

Es muss gelingen, bereits im Kindesalter den Grundstein für ein intensives Verhältnis zur Natur zu legen, damit später der Schutz und die Erhaltung der Pflanzen und Tiere in ihren Lebensräumen zu einem selbstverständlichen Anliegen wird. Damit verbunden ist der emotionale Bezug zur Natur, der durch die Erfassung mit allen Sinnen erreicht wird. Der junge Mensch soll als Ganzes gefordert werden und nicht nur im kognitiven Bereich. (H. Frommer, 1989, S16f).

 

Der Schulgarten bietet eine Fülle von unmittelbaren Erlebnissen. Dabei werden ökologische, soziale, ästhetische, motorische, berufliche Aspekte angesprochen.

  1. Ökologischer Aspekt: Ökologische Kreisläufe erkennen, Umweltbewusstsein schaffen, Vernetzungen erleben, Natur wahrnehmen
  2. Sozialer Aspekt: Gemeinsame Planung und Gestaltung, Teamarbeit, Rückzugsmöglichkeit, Verantwortungsbewusstes Handeln
  3. Ästhetischer Aspekt: Wirkung des Schulgeländes, Gestaltung
  4. Motorischer Aspekt: bewegte Schule, Förderung von Grob- und Feinmotorik
  5. Beruflicher Aspekt: Berufsorientierung

Entstehung des Schulgartens

„Wenn Eltern, Schüler und Lehrer Hand in Hand arbeiten, dann kann man viel bewegen. Den Beweis traten ... das Marie-Curie-Gymnasium und die Realschule an: Mehr als 80 freiwillige Helfer waren gekommen, um in einer Gemeinschaftsaktion den neuen Schulgarten anzulegen. Auf einer 1000 Quadratmeter großen soll demnächst Unterricht im Grünen stattfinden.“(WA, 11.06.02) Bereits 18 Monate zuvor begann die Planung für das schulübergreifende Projekt. Von Beginn an waren die Ideen der Schülerinnen und Schüler gefragt. Darüber hinaus wurde das Gelände vermessen und es entstand ein detaillierter Plan. Nach positiver Rückmeldung durch die Bezirksregierung Arnsberg, die das Projekt mit 11000 Euro bezuschusste und weiteren 5000 Euro durch die Gemeinde Bönen konnte mit der Umsetzung begonnen werden.

Die Arbeitsgemeinschaft wird von Frau Plewka gemeinsam mit einer Lehrerin vom Marie-Curie-Gymnasium geleitet. Die AG steht allen Schülerinnen und Schülern beider Schulen offen. Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen der Humboldt-Realschule können den Schulgarten auch als Wahlpflichtfach wählen.

 

Die Gestaltung

Seit 2002 wurden schon viele Projekte umgesetzt. Es wurden eine Kräuterspirale, eine Grasmauer, eine Trockenmauer sowie Gemüse- und Blumenbeete angelegt.

Im März 2003 wurden unter fachlicher Anleitung von Landschaftsgärtner Ludger Biermann aus Hamm (Vater eines Schülers der Humboldt-Realschule) in einer weiteren gemeinsame Aktion mit Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrern 500 Heckenpflanzen gesetzt. Bereichert wird der Garten in jedem Jahr durch einen Baum, den die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen der Humboldt-Realschule schenkten. „Die zarte Pflanze eines Baumes soll Erinnerung und Symbol zugleich sein“. (WA, 05.07.2002) So zieren Apfel– und Kirschbäume und sogar ein Feigenbaum den Garten.

Seit Herbst 2004 ist der Garten auch von einem weiterem Biotop, dem Teich, bereichert. Dank der Initiative des Fördervereins der Humboldt-Realschule wurde dieser lang gehegte Wunsch in die Tat umgesetzt. „… Herr Jüttner suchte im Kreis der Mitglieder einen Minibagger und wurde bei Michael Bubolz fündig: Der Friedhofsgärtner erklärte sich spontan bereit, mit Mann und Gerät im Schulgarten auszuhelfen.“ (WA,14.10.04) Um Anregungen für die Anlage des Teiches zu erhalten, besuchten die Schüler des Schulgartens die Koi-Teichanlage von Hartmut Thörner in Bönen.

Der Garten steht den Schülerinnen und Schülern sowohl für den Biologieunterricht zur Verfügung, aber auch für die Umsetzung anderer Ideen. Das Marie-Curie- Gymnasium mauerte unter fachlicher Anleitung zwei Bänke am Teich. Vor den Sommerferien nutzen viele Klassen den Garten zum Grillen oder übernachten in Zelten.

Damit der Unterricht im grünen Klassenzimmer noch bequemer und damit attraktiver wird, wurde im vergangenen Schuljahr, wieder mit tatkräftiger Unterstützung des Fördervereins der Humboldt-Realschule, das massive Holzhaus gebaut. Herr Melbert vom Bauhof der Gemeinde Bönen stand den Schülerinnen und Schülern fachlich zur Seite, als es darum ging, das Dach des Holzhauses zu begrünen und damit ökologisch zu nutzen.

Im Zuge der Umgestaltung des an den Schulgarten angrenzenden Schulhofes haben wir eine Garage von der Gemeinde zur Nutzung erhalten. Diese dient nicht nur als Abstellraum für Geräte, sondern auch für neuen Freisitztische und -bänke, die für den Unterricht in den Schulgarten geholt werden können.

Natürlich ist unser Schulgarten noch lange nicht fertig. Für das kommende Schuljahr werden wir das Frühbeet wieder nutzbar machen und in den kommenden drei bis fünf Jahren soll neben dem Holzhaus eine Sitzecke entstehen, die von den Schülern in Zusammenarbeit mit Herrn Melbert geplant und realisiert wird.

Ziel ist die weitere Gestaltung und Pflege des Schulgartens und die verstärkte Nutzung als Begegnungsstätte durch Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer.

 

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